ARCHIV - NOVEMBER 2014


  • BEFRISTUNG:

Post-Mitarbeiter protestieren gegen befristete Jobs

 

Die Mitarbeiter der Deutschen Post protestieren gegen die Zunahme an befristeten Arbeitsverhältnissen. Fast jeder fünfte Arbeitnehmer ist bei der Post nur auf Zeit angestellt. Nun droht die Gewerkschaft mit Arbeitskampf.

 

Ausgerechnet zu Nikolaus drohen Pakete nicht rechtzeitig anzukommen. Für den 5. Dezember – einen Tag vor Nikolaus – haben die Arbeitnehmervertreter der Post bundesweit in zahlreichen Paketzentren Belegschaftsversammlungen angesetzt. (...) Gewerkschaft und Betriebsräte wollen mit den Belegschaftsversammlungen Dampf gegen den aus ihrer Sicht hohen Stand befristeter Jobs bei dem Post- und Logistikkonzern machen.

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Quelle: Deutsche Wirtschafts Nachrichten online vom 30.11.2014


  • LEIHARBEIT:

DGB: Regierung muss Leiharbeit begrenzen

 

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) Reiner Hoffmann hat die Bundesregierung aufgefordert, den Einsatz von Leiharbeitern in Betrieben zu begrenzen: "Der massive Missbrauch von Leiharbeit muss eingedämmt werden." Das sagte Reiner Hoffmann dem Tagesspiegel.

 

Wenn ein Unternehmen Leiharbeiter einsetze, um Auftragsspitzen abzufedern, habe er nichts dagegen. "Aber wenn Leiharbeit zum Lohndumping genutzt wird, wehren wir uns. Wenn Betriebe 20 Prozent Leiharbeiter oder mehr beschäftigen, stimmt etwas nicht. Wir erwarten, dass der Gesetzgeber das deckelt", forderte Hoffmann.

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Quelle: Der Tagesspiegel online vom 29.11.2014


  • MINDESTLÖHNE:

So will Bauer den Mindestlohn bei Zustellern umgehen

 

Lange haben die großen Verlage gegen die Einführung des flächendeckenden Mindestlohns gekämpft. Gebracht hat es nichts: 2015 wird er eingeführt. Bei Bauer weiß man aber schon, wie man das Problem in den Griff bekommt - mit Minderjährigen.

 

Das Branchenmagazin "werben & verkaufen" berichtet in seiner aktuellen Ausgabe (49/2014) über die Pläne von Bauer Media. So habe das Unternehmen vielen seiner insgesamt 35.000 Zustellern gekündigt. Vor allem diejenigen, die älter sind als 18 Jahre, seien betroffen, berichtet "w&v". Stattdessen werden nun vermehrt Minderjährige angesprochen, die in Zukunft die Bauer-Magazine austragen sollen.

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Quelle: DWDL.de vom 29.11.2014


  • BEFRISTUNG:

Bei der Post droht der Paketstau zum Nikolaustag

 

Am 5. Dezember wollen die Beschäftigten in allen bundesweit 33 Paketzentren in den Nachmittagsstunden Betriebsversammlungen abhalten. Diese Aktion soll dazu führen, dass in dieser Zeit kein Paket der Post sortiert und auf den Weg zum Adressaten gebracht werden kann. Die Folge: Tags drauf, am Nikolaustag, gibt es für die Paketfahrer deutlich weniger auszufahren.

 

Hintergrund der Aktion ist der Protest der Mitarbeiter gegen die vielen befristeten Arbeitsverhältnisse bei der Post. Bundesweit hätten 24.000 Mitarbeiter Zeitverträge, davon 582 in Hamburg. Dies seien laut Gewerkschaft Ver.di rund 18 Prozent aller Brief- und Paketzusteller. Ver.di, Betriebsräte und Gewerkschaft forderten bereits vor Kurzem bei einer Betriebsversammlung in Hamburg eine schnellstmögliche Entfristung der Verträge.

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Quelle: Hamburger Abendblatt online vom 29.11.2014


  • LEIHARBEIT:

Sachsen-Anhalt verzichtet auf Leiharbeit im Winterdienst

 

Das Land Sachsen-Anhalt will die Straßen in diesem Winter ohne Leiharbeiter von Eis und Schnee befreien. Die Verkehrs- und Finanzausschüsse im Landtag stellten zusätzliche Mittel bereit, damit die Landesstraßenbehörde bis zu 100 Mitarbeiter für den Winterdienst einstellen kann, teilten die Koalitionsfraktionen CDU und SPD am Freitag mit.

 

"Politisch ist uns die Leiharbeit ein Dorn im Auge. Das Land muss daher mit gutem Beispiel vorangehen und als guter Arbeitgeber auf Leiharbeit verzichten", sagte der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Holger Hövelmann.

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Quelle: Die Welt online vom 28.11.2014


  • MINDESTLÖHNE:

Mindestlohn: Personal für Kontrolle fehlt

 

Die Personalausstattung der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) beim Zoll, die ab Januar auch über die Einhaltung des Mindestlohns in den deutschen Unternehmen wachen soll, ist deutlich knapper als bislang bekannt.

 

Die Bundesregierung hatte zwar angekündigt, die FKS um 1600 Stellen aufzustocken, damit sie ab Anfang 2015 die Einhaltung des Mindestlohns wirksam kontrollieren kann. Tatsächlich wird die FKS jedoch erst in fünf Jahren über die erforderlichen 1600 neuen Mitarbeiter verfügen. Gleichzeitig gehen ihr bis 2019 Hunderte ältere Mitarbeiter verloren. Das geht aus der Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor, die unserer Zeitung vorliegt.

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Quelle: RP online vom 28.11.2014


  • LEIHARBEIT:

Viele offene Stellen in der Zeitarbeit

 

(Trier) Der Winter steht vor der Tür - doch der Arbeitsmarkt im November ist davon noch unbeeindruckt. Gegenüber dem Oktober sind die Arbeitslosenzahlen stabil geblieben. 10 378 Menschen in der Region suchen derzeit eine Arbeitsstelle.

 

Bewerber haben derzeit viele Chancen. Insgesamt stehen den Jobsuchenden der Region derzeit 3122 offene Stellen zur Verfügung, fast 20 Prozent mehr als im November des vergangenen Jahres. Besonders gut sind die Chancen eine neue Stelle zu finden in der Zeitarbeit mit 810 Jobangeboten.

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Quelle: Trierischer Volksfreund online vom 27.11.2014


  • MINDESTLÖHNE:

DGB droht mit Klage: Schäuble höhlt Mindestlohn laut Gewerkschaften aus

 

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) höhlt nach Darstellung der Gewerkschaften aus Spargründen den Mindestlohn von 8,50 Euro für Hunderttausende Arbeitnehmer aus. „Dass es Unternehmen gibt, deren Geschäftsmodell im Kern auf Lohndumping basiert, ist nicht überraschend“, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske am Donnerstag in Berlin. Nun mache sich aber sogar Schäuble dafür zum Steigbügelhalter.

 

Verärgert hat die Gewerkschaften eine Verordnung aus Schäubles Haus. Die Arbeitgeber müssen in bestimmten Bereichen künftig nur die Dauer der Arbeitszeit erfassen - nicht aber den konkreten Beginn und das Ende. Das sei eine Einladung, die Zeit lasch und falsch zu erfassen. Betroffen sind laut Bsirske mehrere hunderttausend Arbeitnehmer mit mobilen Tätigkeiten - in der Zustellung, der Abfallsammlung, Straßen- und Stadtreinigung, dem Winterdienst und der Personenbeförderung.

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Quelle: Handelsblatt online vom 27.11.2014


  • MINDESTLÖHNE:

Neue Verordnung: Der Mindestlohn wird löchriger

 

Groß war der Jubel im Gewerkschaftslager über die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns. Doch mittlerweile herrscht Ernüchterung. Nach Ansicht des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) wird die Lohnuntergrenze kurz vor dem Starttermin am 1. Januar 2015 zunehmend durchlöchert.

 

"Der Mindestlohn ist noch nicht in Kraft getreten, da werden bereits legale Schlupflöcher gebaut - ausgerechnet in den Branchen, in denen der Mindestlohn zu einer wichtigen Verbesserung für die Menschen führen würde", sagte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann. Anlass für Hoffmans Ärger ist eine neue Verordnung aus dem Bundesfinanzministerium für sogenannte "mobile Tätigkeiten".

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Quelle: Spiegel online vom 27.11.2014


  • TEILZEITARBEIT:

27/11/2014: KAPOVAZ ist Arbeit auf Abruf – ein ganz mieses Teilzeitmodell

 

Teilzeitbeschäftigung kann für Beschäftigte eine Alternative sein, Erwerbstätigkeit und private Lebensgestaltung besser zu vereinbaren – zumindest dann, wenn sie nicht unfreiwillig, mangels regulärer Vollzeitstellen ausgeübt werden muss. Die Arbeitsflexibilität, die Teilzeit generell ermöglicht, wird allerdings kaum nach den Bedürfnissen der Beschäftigten ausgerichtet, sondern folgt überwiegend den betrieblichen Anforderungen. Mit dem Modell der Arbeit auf Abruf wird die Flexibilisierung zulasten der Arbeitnehmer/innen auf die Spitze getrieben.

 

Bei der Arbeit auf Abruf, auch kapazitätsorientierte variable Arbeitszeit (KAPOVAZ) genannt, erbringen die Beschäftigten ihre Arbeitsleistung je nach betrieblichem Arbeitsanfalls, sie arbeiten also auf Bedarf, über dessen Vorliegen allein der Arbeitgeber entscheidet. Sowohl Lage als auch Umfang der vom Beschäftigten zu erbringenden wöchentlichen Arbeitsleistung kann der Arbeitgeber kurzfristig (laut Gesetz mindestens vier Tage im Voraus) und nach Gutdünken festlegen.

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  • MINDESTLÖHNE:

Linke warnt vor windigen Tricks zur Aushebelung des Mindestlohns

 

Der Mindestlohn droht nach Einschätzung der Linken für viele Arbeitnehmer ausgehöhlt zu werden. "Der Regierung hat sicherzustellen, dass Arbeitgeber nicht mit windigen Maßnahmen den Mindestlohn aushebeln", sagte die Arbeitsmarkt-Expertin der Fraktion, Sabine Zimmermann, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

 

An diesem Donnerstag wollen der DGB und die Gewerkschaften Verdi und Bauen-Agrar-Umwelt mit Forderungen gegen Missbrauch bei Mindestlöhnen in die Öffentlichkeit gehen. Das Bundesfinanzministerium fördere diesen Missbrauch, so die Gewerkschaften.

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Quelle: FAZ.net vom 27.11.2014


  • ATYPISCHE BESCHÄFTIGUNG:

26/11/2014: Atypische Beschäftigung ging 2013 erneut ganz leicht zurück

 

Atypische Beschäftigungsverhältnisse wie Leiharbeit, Befristungen, Teilzeitbeschäftigung oder Minijobs haben gegenüber dem sog. Normalarbeitsverhältnis (vollzeitnahe, unbefristete Beschäftigung ohne Leiharbeit) stetig an Bedeutung gewonnen. Jetzt scheinen sich ein Ende der Wachstumsdynamik und eine Verfestigung auf hohem Niveau abzuzeichnen.

 

Bereits im letzten Jahr hatte eine Auswertung von Daten des Mikrozensus durch das Statistische Bundesamt (DESTATIS) ergeben, dass die absolute Zahl wie auch der Anteil der atypisch Beschäftigten im Jahr 2012 erstmals seit Jahren wieder gesunken war. Jetzt hat das Amt neue Zahlen aus dem Mikrozensus vorgelegt. Danach ist die atypische Beschäftigung auch im Jahr 2013 leicht zurückgegangen.

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  • ATYPISCHE BESCHÄFTIGUNG:

Etwas weniger prekäre Arbeit: Zahl befristeter Stellen und Zeitarbeit ging 2013 nur minimal zurück

 

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes vom Mittwoch zählte 2013 gut jeder fünfte Erwerbstätige in Deutschland (21,4 Prozent) zur Gruppe der atypisch Beschäftigten. (...) Lag der Anteil der atypisch Beschäftigten an dieser Gesamtzahl der Erwerbstätigen 1991 noch bei 12,8 Prozent, stieg er bis 2010 stetig an auf 22,6 Prozent. Seitdem nimmt der Anteil schrittweise wieder ab. In absoluten Zahlen sank die Zahl der atypisch Beschäftigten von 2012 auf 2013 um 71 000 auf 7,64 Millionen.

 

"Wir sehen keine Trendwende", kommentiert die Sprecherin des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Marion Knappe. "Wenn die Konjunktur halbwegs gut läuft, geht atypische Beschäftigung immer zurück. Das ist immer noch auf hohem Niveau."

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Quelle: neues deutschland online vom 26.11.2014


  • ATYPISCHE BESCHÄFTIGUNG:

Weniger Zeitarbeit und Minijobs in Deutschland

 

Der Trend setzt sich fort: In 2013 arbeiteten weniger Deutsche in atypischen Beschäftigungsverhältnissen. Die Zahl der befristeten Verträge ging besonders stark zurück. Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten dagegen stieg.

 

Die Zahl der sogenannten atypisch Beschäftigten sank 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 71.000 auf 7,64 Millionen. Damit setzte sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Mittwoch der bereits 2012 beobachtete Rückgang fort.

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Quelle: Handelsblatt online vom 26.11.2014


  • MINDESTLÖHNE:

Viele Schlupflöcher, wenig Personal: Wie die Koalition den Mindestlohn verpatzt

 

Ab dem 1. Januar gilt der gesetzliche Mindestlohn. Aber die Koalition ist hoffnungslos überfordert mit der Einführung der Lohnuntergrenze. Das große SPD-Projekt könnte am Ende grandios scheitern.

 

Kommt die Lohnuntergrenze auch wirklich für alle? Kurz vor dem Start mehren sich die Zweifel. Der Mindestlohn steht in vielerlei Hinsicht auf wackeligen Beinen.

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Quelle: n-tv.de vom 26.11.2014


  • BEFRISTUNG:

25/11/2014: Postbeschäftigte wehren sich gegen Befristungspraxis bei Zustellern

 

Bei der Deutschen Post AG bahnt sich ein möglicherweise heftiger Konflikt an. Seit Monaten kämpfen die Betriebsräte schon gegen die exzessive Befristungspraxis des Unternehmens im Zustellungsbereich. In den letzten Wochen haben die Beschäftigten an unterschiedlichen Standorten mit Betriebsversammlungen, Protestaktionen und Unterschriftensammlungen gegen die Personalpolitik Stellung bezogen.

 

Seit Jahren setzt die Post bei ihren Zustellern und den Mitarbeitern in den Brief- und Paketzentren massiv das Instrument der Befristung ein. Neu eingestellte Zustellerinnen und Zusteller in der Brief- und Paket-Auslieferung etwa erhalten seit etwa einem Jahr generell nur noch befristete Arbeitsverträge. In vielen Briefniederlassungen werden mittlerweile bis zu einem Viertel der Zusteller/innen mit immer wieder neuen Befristungen hingehalten.

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  • BEFRISTUNG:

Postboten protestieren gegen Zeitverträge

 

Gut 200 Postzusteller aus der Niederlassung Herford, zu dem auch der Kreis Lippe gehört, haben gestern in Detmold-Klüt dagegen protestiert, dass immer mehr ihrer Kollegen befristet eingestellt würden. Sie nutzten die Pause einer Betriebsversammlung und ließen portofrei Luftballons aufsteigen.

 

Solche Verträge beträfen in Lippe mittlerweile jeden fünften „Postler“ sagte Michael Lasrich (Verdi). Nach seinen Angaben arbeiten 90 der 470 lippischen Zusteller befristet – manche schon viele Jahre. Der Arbeitgeber führe „immer neue Sachgründe“ an, um häufiger hintereinander befristete Verträge abschließen zu können.

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Quelle: LZ.de vom 25.11.2014


  • BEFRISTUNG:

Weniger befristete Jobs in Jobcentern

 

Der Anteil befristeter Stellen in den gemeinsamen Einrichtungen von Kommunen und Bundesagentur für Arbeit ist von 23 Prozent im Jahr 2007 auf derzeit 9,9 Prozent gesunken. Das teilt die Bundesregierung in ihrer Antwort (18/3093) auf eine Kleine Anfrage (18/2779) der Fraktion Die Linke mit. Daraus geht weiter hervor, dass seit 2007 rund 26.000 neue unbefristete Stellen in den gemeinsamen Einrichtungen entstanden sind.

 

Quelle: Bundestag, hib Nr. 601 vom 24.11.2014


  • MINDESTLÖHNE:

Mindestlohn ausgehebelt: Regierungsfraktionen bereiten weitere Ausnahmen für Zeitungszusteller vor.

 

Bei den Gewerkschaften sorgen die soeben bekannt gewordenen Mindestlohnausnahmen für Empörung. Nach Plänen der Bundestagsfraktionen von Union und SPD sollen auch Zeitungszusteller mit weniger als 8,50 Euro pro Stunde bezahlt werden können, obwohl dies im bereits verabschiedeten Gesetz ausdrücklich anders geregelt ist.

 

Hinzu kommen in rasantem Tempo beschlossene Umsetzungsverordnungen, die nach Auffassung des DGB eine wirksame Kontrolle in weiten Bereichen unmöglich machen. Beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales gibt man sich unbeteiligt.

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Quelle: junge Welt online vom 24.11.2014


  • ATYPISCHE BESCHÄFTIGUNG:

24/11/2014: Junge Beschäftigte besonders von atypischen und prekären Jobs betroffen

 

Niedriglöhne, atypische und prekäre Beschäftigung, das ist mittlerweile die Realität für Millionen von abhängig Beschäftigten. Zu den besonders von miesen Jobs Betroffenen zählen gerade auch junge Arbeitnehmer. Einer aktuellen Auswertung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zufolge arbeiten lediglich 8 Prozent der befragten abhängig Beschäftigten unter 35 Jahren zu guten Bedingungen.

 

Wie der DGB zu den jetzt vorgestellten Ergebnissen mitteilt, seien für die Studie "Arbeitsqualität aus der Sicht von jungen Beschäftigten" die Daten des aktuellen DGB-Index Gute Arbeit ausgewertet worden. Sie zeigten, wie Beschäftigte unter 35 Jahren ihre Arbeits- und Einkommensbedingungen beurteilten. Dies sind die wichtigsten Befunde.

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  • MINDESTLÖHNE:

Wenn den Zollkontrolleuren die Hände gebunden sind

 

Eine Mindestlohn-Kontrolle zeigt, wie sich Billig-Friseure finanzieren: entweder sie beuten sich aus oder sie passen sich dem System an und tricksen beim Lohn ihrer Angestellten.

 

Der Zoll steht in der Kritik, nur risikoorientiert und dadurch zu selten den Mindestlohn zu kontrollieren. Wir haben die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) beim Hauptzollamt Osnabrück bei einer dieser Kontrollen im Friseurhandwerk begleitet und sind dabei der Frage nachgegangen, wie es möglich ist, einen Herrenhaarschnitt für zehn Euro anzubieten und gleichzeitig den in dieser Branche gültigen Mindestlohn von acht Euro pro Stunde zu bezahlen.

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Quelle: Neue OZ online vom 24.11.2014


  • MINDESTLÖHNE:

Höhere Löhne, geringere Gewerbesteuern – die Folgen des Mindestlohns

 

In 38 Tagen tritt das Gesetz zum Mindestlohn in Kraft. Für Arbeitnehmer, Betriebe und Verbraucher wird die Regelung zum Teil weitreichende Folgen haben – und das könnte auch für die öffentlichen Finanzen gelten. Bei der Bundesregierung hoffen die Experten zwar auf steigende Steuereinnahmen. Ob es aber so kommt, ist fraglich.

 

„Die Unternehmerseite wird oft außer acht gelassen“, warnt Dominik Groll vom Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel. Denn während Gewerkschaften und Sozialdemokraten durch die Einführung des Mindestlohns von steigenden Steuereinnahmen insgesamt ausgehen, ist genau dies aus Sicht von Groll zumindest in der Summe betrachtet fraglich. „Der Unternehmer hat einen geringeren Gewinn“, gibt der Experte zu bedenken.

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Quelle: shz.de vom 24.11.2014


  • ATYPISCHE BESCHÄFTIGUNG:

Für Junge ist Berufsstart ernüchternd

 

Viele junge Menschen haben es in den ersten Arbeitsjahren schwer: Die Hindernisse für feste Jobs sind fast unüberwindbar.

 

Der DGB sieht – auch angesichts von lauter werdenden Forderungen der Wirtschaft nach weniger Regulierung – jetzt die Zeit reif, auf den Abbau bestehender Hürden für viele junge Menschen zu dringen. Sein Bundesjugendsekretär Florian Haggenmiller verweist auf die unaufhörlich vorgebrachten Sorgen der Arbeitgeber wegen fehlender Fachkräfte. „Warum fangen sie dann nicht endlich an, ihnen mehr zu bieten?“ Nötig seien Respekt, Arbeitsplätze mit Perspektive und Einkommen, von denen man anständig leben kann.

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Quelle: Mittelbayerische online vom 23.11.2014


  • MINDESTLÖHNE:

Nahles umgepustet - Änderungen beim Mindestlohn?

 

"Wir halten Wort", hatte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) bei Verabschiedung des Mindestlohngesetzes im Bundestag erklärt und behauptet: "Branchenausnahmen vom Mindestlohn wird es nicht geben." Das stimmte schon damals nicht. Jetzt soll es noch schlimmer werden.

 

Neben der zu geringen Höhe sind die weitreichenden Ausnahmen ein entscheidender Geburtsfehler der zum Jahreswechsel in Kraft tretenden Lohnuntergrenze. Azubis und Jugendliche unter 18 Jahren sind komplett ausgenommen, Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten einer neuen Beschäftigung.

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Quelle: junge Welt online vom 23.11.2014


  • MINDESTLÖHNE:

Mindestlohn: Verlage und Bäckereien wollen neue Ausnahment

 

Womöglich werden die Ausnahmen beim gesetzlichen Mindestlohn noch mehr ausgeweitet. Wie der »Spiegel« berichtet, verhandeln »auf Druck der Zeitungsverlage« derzeit die Fraktionsspitzen von Union und SPD über eine Ausweitung für die Branche der Zeitungszusteller.

 

Beim Gewerkschaftsbund ist man alarmiert. »Damit wird die Büchse der Pandora geöffnet«, wird der zuständige DGB-Vorstand Stefan Körzell zitiert. »Kurz vor seiner Einführung könnten jetzt auch weitere Branchen auf Ausnahmen pochen.«

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Quelle: neues deutschland online vom 22.11.2014


  • MINDESTLÖHNE:

Brötchen werden durch den Mindestlohn bald teurer

 

Der von der großen Koalition beschlossene Mindestlohn wird nach Ansicht des Bäckerhandwerks Brot und Brötchen verteuern und ostdeutsche Bäckereien in die Pleite treiben. „Aufgrund des Mindestlohns werden Backwaren teurer“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands Amin Werner, zu FOCUS.

 

Die Not im Osten ist offenbar so groß, dass das Bäckerhandwerk sich in einem Brief an die Arbeitsmarktpolitiker des Bundestags gewandt hat und „eine befristete gesetzliche Übergangsregelung“ fordert. Der Mindestlohn solle zwei Jahre ausgesetzt bleiben. Andernfalls seien Arbeitsplätze in Gefahr.

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Quelle: Focus online vom 22.11.2014


  • MINDESTLÖHNE:

Mindestlohn: DNN-Barometer zeigt deutliche Mehrheit für Lohnuntergrenze

 

Der Mindestlohn hat die letzten Bundestagswahlen bestimmt. (...) Anfang 2015 soll nun der Mindestlohn von 8,50 Euro grundsätzlich eingeführt werden. Die Dresdner begrüßen das mit großer Mehrheit.

 

93 Prozent der Bürger haben schon einmal etwas vom Mindestlohn gehört, 69 Prozent können auch die richtige Höhe nennen. Bei der Befragung für das DNN-Barometer im Oktober erklärten 74 Prozent der Einwohner der Landeshauptstadt, die schon einmal etwas von der Sache gehört haben, dass sie sich über die Einführung des Mindestlohns freuen – und das unabhängig davon, ob sie selbst profitieren oder nicht. Nur jeder zehnte Befragte lehnt die Lohnuntergrenze eindeutig ab.

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Quelle: DNN online vom 20.11.2014


  • ATYPISCHE BESCHÄFTIGUNG:

Arbeitsmarktpolitik: Flexibilität in Verruf

 

Die Koalitionspläne gegen Werkverträge und Zeitarbeit sorgen für Unruhe in der Wirtschaft. Nicht ohne Grund: Viele Unternehmen müssen um ihre Flexibilität beim Personaleinsatz fürchten.

 

Auf dem Arbeitgebertag hat Angela Merkel positive Signale an die Adresse der Wirtschaft gesendet, die angesichts der schwachen Konjunktur im Euroraum und den Krisenherden ringsum ein Belastungsmoratorium fordert. Am Rande der Veranstaltungen sickerte zudem durch, dass Arbeitsministerin Andrea Nahles die ursprünglich für das kommende Jahr vorgesehene Neuregelung der Werkverträge verschieben will, zumindest auf 2016. Ein Dementi der Sozialdemokratin gibt es bislang nicht.

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Quelle: FAZ.net vom 20.11.2014


  • MINDESTLÖHNE:

Mindestlohn: Steigen bald die Gastronomie-Preise?

 

Der Mindestlohn (2): Wie stark sind Restaurants und Hotels betroffen? Ein Blick in die Branche.

 

Restaurant- und Cafébesuche könnten ab 2015 teurer werden. Durch die Einführung des Mindestlohns steigen die Lohnkosten vieler Gastwirte, die wiederum die gestiegenen Kosten an die Verbraucher weitergeben könnten. Vor allem Gaststätten in ländlichen Regionen wird der Mindestlohn treffen. „Ich zahle einigen Mitarbeitern zurzeit 7 Euro pro Stunde. Durch die Einführung des Mindestlohns muss ich bald 1,50 Euro mehr pro Stunde zahlen“, sagt Dino Gianotti.

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Quelle: Südkurier online vom 20.11.2014


  • LEIHARBEIT:

Bei viel Leiharbeit kein Zuschuss

 

Saarland organisiert Wirtschaftsförderung bei Investitionsvorhaben neu: Künftig will das Saarland keine Fördergelder mehr gewähren, wenn mit diesen Mitteln Leiharbeitsplätze geschaffen werden. Das kündigte Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) gestern beim Stahl- und Walzwerke-Ausrüster Plakoma in Nalbach an. „Wir wollen so erreichen, dass mit unserer finanziellen Unterstützung reguläre Dauerarbeitsplätze in den Fördergebieten entstehen“, sagte sie.

 

Die neuen Förderkriterien orientieren sich an den Richtlinien der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Derzeit schießt der Bund 2,1 Millionen Euro pro Jahr zu. Bis 2018 soll dieser Betrag auf acht Millionen Euro steigen.

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Quelle: Saarbrücker Zeitung online vom 20.11.2014


  • BEFRISTUNG:

Hamburger Postmitarbeiter fordern unbefristete Jobs

 

Fast jeder fünfte Brief- und Paketzusteller bei der Deutschen Post hat nur einen befristeten Arbeitsvertrag. Das will die Gewerkschaft ändern – notfalls mit der Verweigerung von Überstunden.

 

Die Hamburger Mitarbeiter der Deutschen Post wollen künftig noch stärker an einem Strang ziehen. Bei der Betriebsversammlung im CCH forderten am Mittwoch die rund 1300 anwesenden Festanangestellten und befristeten Beschäftigten den Konzernvorstand gemeinsam auf, bestehende begrenzte Zeitverträge zu entfristen und Mitarbeiter bei Neueinstellungen wieder mit unbefristeten Verträgen anzustellen.

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Quelle: Hamburger Abendblatt online vom 20.11.2014


  • BEFRISTUNG:

Streit um befristete Jobs bei der Postniederlassung Freiburg

 

Die Gewerkschaft Verdi und der Betriebsrat der Postniederlassung Freiburg versuchen, die Post dazu zu zwingen, sich von der massenhaften Serienbefristung von Jobs zu verabschieden. So will der Betriebsrat der Einstellung weiterer Saisonkräfte fürs Weihnachtsgeschäft nicht zustimmen. Eine Anwältin von Verdi kündigte an, eine einstweilige Verfügung zu beantragen. So will man den Konzern in Zugzwang bringen.

 

Richterin Ingebjörg Darsow-Faller sah beim Gütetermin am Mittwochnachmittag vor dem Arbeitsgericht Freiburg schnell ein, dass bei diesem Zwist zwischen der Post und dem Betriebsrat der Postniederlassung Freiburg eine einvernehmliche Lösung nicht zu erreichen ist.

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Quelle: Badische Zeitung online vom 20.11.2014


  • MINDESTLÖHNE:

Mindestlohn in der Zustellung: Regierung lässt Regelarbeitszeit zu

 

Im derzeit wichtigsten Thema für die Zeitungsbranche herrscht endlich Klarheit – und Erleichterung bei den Verlagen: Sechs Wochen vor Einführung des gesetzlichen Mindestlohns hat das Bundeskabinett gestern eine Rechtsverordnung beschlossen, die die Umsetzung des Gesetzes erläutert. Bisher war nicht klar, wie genau die Zustellorganisationen der Zeitungsverlage die Arbeitszeit der Zusteller erfassen müssen.

 

Der Bundesverband der Zeitungsverleger (BDZV) hatte in Verhandlungen mit dem Arbeits- und Finanzministerium darauf gedrängt, eine sogenannte Regelarbeitszeit gelten zu lassen, die einen in der Zustellung nur schwer zu definierenden Anfangs- und Endpunkt der Arbeitszeit ersetzt. (...) Der Rechtsverordnung zufolge „genügt ein Arbeitgeber [… ] seiner Aufzeichnungspflicht, wenn für […] Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nur die Dauer der tatsächlichen täglichen Arbeitszeit aufgezeichnet wird.“

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Quelle: dnv online vom 20.11.2014


  • GERINGVERDIENER:

19/11/2014: Armutsgefährdung von Erwerbstätigen erreichte 2013 neuen Höchststand

 

Mit der Ausweitung von Billiglohnjobs und prekärer Beschäftigung steigt der Anteil derjenigen, die trotz Arbeit von Armut bedroht und betroffen sind, seit Jahren an. Nach den erst kürzlich veröffentlichten Zahlen von Eurostat wird dieser Trend auch von den jetzt vorliegenden Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur Armutsgefährdung in den Bundesländern bestätigt.

 

Wie die Daten zur Armutsgefährdung aus der Sozialberichterstattung der statistischen Bundes- und Landesämter zeigen, ist die Armutsgefährdungsquote der abhängig Erwerbstätigen (ab 18 Jahre) im Jahr 2013 auf 7,7 Prozent gestiegen, das ist der höchste Wert seit neun Jahren. 2005 lag die Quote noch bei 7,1 Prozent, um in den Folgejahren nahezu kontinuierlich zu steigen.

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  • MINDESTLÖHNE:

Mindestlohn in der Pflegebranche: Auch Bereitschaftsdienst hat Anspruch

 

Bereitschaftsdienste im Pflegebereich müssen mit dem vollen Mindestlohn bezahlt werden. Ein entsprechendes Urteil des Bundesarbeitsgerichts hat aber wohl Folgen über die Branche hinaus.

 

Der Mindestlohn in der Pflegebranche muss auch für Bereitschaftsdienste in voller Höhe gezahlt werden. Das hat das Bundesarbeitsgericht am Mittwoch in Erfurt klargestellt. Die Entscheidung hat Bedeutung weit über den konkreten Fall aus Baden-Württemberg hinaus. In Deutschland arbeiten etwa 950 000 Menschen in der Pflege. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin können Betroffene ein Jahr rückwirkend Ansprüche geltend machen.

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Quelle: Stuttgarter Zeitung online vom 19.11.2014


  • MINDESTLÖHNE:

Wut auf Mindestlohn: Einzelhändler drohen mit Jobabbau

 

Der allgemeine Mindestlohn könnte im Einzelhandel zu einem massiven Jobabbau führen. Damit droht zumindest der Handelsverband HDE. Um die Händler zu entlasten, sollen wenigstens die Ladenschlussgrenzen fallen.

 

„Ich kann nicht ausschließen, dass es Rückgänge geben wird“, sagte Josef Sanktjohanser, der Präsident des Handelsverbands Deutschland (HDE), der „Welt“. Das zeige eine aktuelle Umfrage bei den eigenen Mitgliedern.

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Quelle: Focus online vom 19.11.2014


  • MINDESTLÖHNE:

18/11/2014: Mindestlohngesetz bedarf zum Erfolg der aktiven Ausgestaltung

 

Ab Januar 2015 wird in Deutschland erstmals (wenn auch mit Ausnahmen) ein allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn gelten. Doch der Gesetzesbeschluss allein ist noch kein Garant für den Erfolg der Lohnuntergrenze. Eine Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung hat untersucht, was alles für eine erfolgreiche Umsetzung des Gesetzes zu beachten ist.

 

Wie das WSI anlässlich der Veröffentlichung der Studie in einer Pressemitteilung schreibt, sei noch einiges zu tun, damit der allgemeine Mindestlohn ein Erfolg wird. Wichtig seien klarere Regeln in einigen wichtigen praktischen Fragen, wirksame Kontrollen, eine breite Informationskampagne und ein Dialog zwischen Unternehmen und Gewerkschaften.

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  • NIEDRIGLÖHNE:

Lohn-Atlas Europa: Deutschland auf dem Weg zum Billiglohn-Land

 

Arbeit ist in Deutschland nicht billig - aber im EU-Vergleich wird sie immer günstiger. Vor allem Dienstleistungsberufe sind hierzulande mies bezahlt. Das hat Folgen für die ganze Volkswirtschaft.

 

28,70 Euro kostete im vergangenen Jahr eine Arbeitsstunde im privaten Dienstleistungssektor. Damit liegt Deutschland nur minimal über dem Euroraum-Durchschnitt von 28 Euro pro Stunde. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK). Die Untersuchung zeigt: Dienstleistungsberufe werden in Deutschland langsam aber sicher zu Billigjobs.

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Quelle: Focus online vom 17.11.2014


  • PREKARISIERUNG:

Bilanz nach zehn Jahren: Hartz IV war ein Reinfall

 

Prekäre Beschäftigung, gesunkene Reallöhne und eine ausgezehrte SPD: Zehn Jahre nach der Hartz-IV-Reform ist die Bilanz verheerend, meint der Politologe Christoph Butterwegge - denn profitiert haben am Ende nur Unternehmer und Aktionäre.

 

Hartz IV war ein Reinfall. Was rot-grüne Reformpolitik an Wirtschaftsaufschwung und Entspannung auf dem Arbeitsmarkt bewirkte, hielt sich in Grenzen. Gemessen daran aber war der Preis viel zu hoch, den das Land und besonders seine unterprivilegierten Bewohner bis heute zahlen müssen.

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Quelle: Deutschlandradio Kultur online vom 17.11.2014


  • ATYPISCHE BESCHÄFTIGUNG:

"Augenwischerei": Beschäftigungsboom in Erlangen

 

Die Arbeitslosenquoten in Erlangen und Umgebung gehören zu den niedrigsten im Freistaat. Die Beschäftigung nimmt seit Jahren zu. Das klingt zunächst gut, ist aber nur die halbe Wahrheit. Immer weniger Menschen können von diesen Jobs leben.

 

Manchmal muss man genau hingucken, vor allem, wenn es um Statistiken geht. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat die ihm nahestehende Hans-Böckler-Stiftung daher gebeten die Beschäftigungsverhältnisse im Großraum Erlangen richtig unter die Lupe zu nehmen. Die Ergebnisse, die der DGB nun präsentierte, sind ernüchternd: Minijobs, Werkverträge, Teilzeitjobs und befristete Arbeitsverhältnisse (atypische Beschäftigung) nehmen auch in Erlangen und Erlangen-Höchstadt dramatisch zu.

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Quelle: nordbayern.de vom 16.11.2014


  • WERKVERTRÄGE:

Überzogene Mieten für Werkverträgler: Arbeiter in Bruchbuden

 

Die Werkarbeiter der Fleischindustrie werden oft von denselben Subunternehmern untergebracht, die sie angeheuert haben. Das rentiert sich.

 

Bis zu 64.000 Schweine werden allein bei dem dänischen Schlachter Danish Crown in Essen jede Woche von 1.300 Mitarbeitern zerlegt. 900 davon sind laut Konzernangaben Werkarbeiter. Und die müssen irgendwo wohnen. In Essen allein waren es vor zwei Jahren 60 Wohnungen, die mit 513 Personen belegt waren – ein Riesengeschäft.

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Quelle: taz.de vom 15.11.2014


  • PREKARISIERUNG:

14/11/2014: Die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer steigt... – nicht genug

 

Anfang 2012 hat der Einstieg in die Rente mit 67 begonnen. Für die Beschäftigten ist mit der erzwungenen Verlängerung des Erwerbslebens vor allem ein Problem verbunden: wie schaffe ich es, bis zum Schluss eine existenzsichernde Arbeit zu finden.

 

Schon vor der Anhebung der Altersgrenze war der Übergang zur Altersrente für viele Beschäftigte jenseits der 60 problematisch: die letzten Jahre vor der Rente waren geprägt von Arbeitslosigkeit, vorzeitigem Rentenbezug oder atypischen bzw. prekären Beschäftigungsverhältnissen. In den letzten Jahren sind die Chancen älterer Menschen auf reguläre Beschäftigung langsam gestiegen, aber reicht das?

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  • MINDESTLÖHNE:

Sorge um Mindestlohn

 

Der gesetzliche Mindestlohn kann in einigen Wirtschaftszweigen womöglich leicht umgangen werden. Das befürchtet der DGB. Der Gewerkschaftsbund beklagt auch, dass Kontrolleure fehlen, die prüfen, ob die Lohnuntergrenze eingehalten wird.

 

Nach Einschätzung des Deutschen Gewerkschaftsbundes werden gesetzliche Vorgaben, die die Einhaltung der Lohnuntergrenze sicherstellen sollen, durch zwei geplante Verordnungen des Finanzministeriums ausgehebelt. Es handele sich um einen Regelungsvorschlag, „dessen Sinn einzig und allein in einer Förderung der Umgehung des Mindestlohns zu liegen scheint“, heißt es in einer Stellungnahme des DGB, die unserer Zeitung vorliegt.

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Quelle: Saarbrücker Zeitung online vom 14.11.2014


  • MINDESTLÖHNE:

Das bedeutet der neue Mindestlohn für uns: Neue SÜDKURIER-Serie

 

Der Mindestlohn: Fluch oder Segen? Die neue SÜDKURIER-Serie erklärt die Hintergründe - Teil 1.

 

Der Mindestlohn wird nicht überall die gewünschten positiven Effekte haben, sind sich die Wirtschaftsweisen sicher. Diese Serie beleuchtet die Hintergründe.

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Quelle: Südkurier online vom 14.11.2014


  • BEFRISTUNG:

Verdi macht gegen Befristung mobil: „Die Post ist ein Beispiel dafür, wie ein Gesetz missbraucht wird“

 

Die Gewerkschaft Verdi übt massive Kritik an der Personalpolitik der Deutschen Post. Der Bonner Konzern treibe die Zahl der nur befristet beschäftigten Mitarbeiter systematisch in die Höhe, beklagte die für die Post zuständige stellvertretende Verdi-Bundesvorsitzende Andrea Kocsis in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters.

 

„Die Post nutzt dabei das Teilzeit- und Befristungsgesetz in skandalöser Weise aus.“ Derzeit seien rund 24.000 Menschen befristet beschäftigt, das entspreche einem Anteil von 18 Prozent bei 131.000 Beschäftigten im Brief- und Paketbereich.

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Quelle: Handelsblatt online vom 13.11.2014


  • MINDESTLÖHNE:

Schwerpunkt: Der Mindestlohn für alle

 

Ab 2015 gilt zum ersten Mal in der Bundesrepublik Deutschland eine allgemeingültige Lohnuntergrenze für Beschäftigte von 8,50 Euro. Die Arbeitnehmerkammer Bremen begrüßt diese Entwicklung; eine langjährige Forderung wurde damit erfüllt. Kritisch werden einzelne Regelungen betrachtet.

 

"Der Mindestlohn ist ein wichtiger Baustein in der Arbeitsmarktpolitik, der bisher gefehlt hat", sagt Peer Rosenthal, Referent der Geschäftsführung der Arbeitnehmerkammer Bremen. Hintergrund des Gesetzes: Es soll Beschäftigte vor Dumpinglöhnen schützen. Immer mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer waren trotz Vollzeitbeschäftigung auf Sozialleistungen angewiesen.

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Quelle: Bremer Arbeitnehmer Magazin online vom November 2014


  • MINDESTLÖHNE:

Kritik am Mindestlohn: Merkel weist Wirtschaftsweise zurecht

 

Die Kanzlerin reagiert verwundert auf Kritik der Wirtschaftsweisen. Diese sei „nicht ganz trivial zu verstehen“. Die Professoren hatten ihre Wachstumsprognose gekappt und dafür den Mindestlohn verantwortlich gemacht.

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die scharfe Kritik der fünf Wirtschaftsweisen am schwarz-roten Rentenpaket und dem Mindestlohn zurückgewiesen. In Anspielung auf den Mindestlohn, der erst 2015 eingeführt wird, sagte Merkel am Mittwoch bei der Übergabe des Gutachtens im Kanzleramt: „Es ist nicht ganz trivial zu verstehen, wie ein Beschluss, der noch nicht in Kraft ist, jetzt schon eine konjunkturelle Dämpfung hervorrufen kann.“

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Quelle: Handelsblatt online vom 12.11.2014


  • MINIJOBS:

Mit Mini-Job nur kleine Chancen

 

Minijobs verschärfen den Fachkräftemangel. Das Angebot wird künstlich rationiert, die Arbeitszeit begrenzt und das Entgelt gedeckelt. Experten sehen in dem Modell einen Fehlanreiz, der wertvolle Arbeitskraft verschleudert, statt sie im Unternehmen zu nutzen und langfristig zu binden. Eine Lösung: Minijobber in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis zu überführen.

 

Das Netzwerk Chancengleichheit hat das Thema jetzt in den fünf südhessischen Landkreisen näher beleuchtet. Gestern hörten rund 30 Arbeitgebervertreter aus dem Kreis Bergstraße im Heppenheimer Landratsamt, wie man aus einer "geringfügigen" eine vollwertige Beschäftigung macht.

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Quelle: morgenweb.de vom 12.11.2014


  • ATYPISCHE BESCHÄFTIGUNG:

11/11/2014: Atypische Beschäftigung hat nicht nur für Arbeitnehmer Nachteile

 

Seit den 1990er Jahren ist eine Zunahme atypischer Beschäftigungsformen (Minijobs, Leiharbeit, Befristungen, Werkverträge, Teilzeitarbeit) zu beobachten, ein Trend der durch die Hartz-Reformen der Schröder-Regierung noch einmal deutlich beschleunigt wurde. Für die Beschäftigten sind Jobs jenseits des Normalarbeitsverhältnisses (unbefristete Vollzeitstelle außerhalb der Leiharbeit) mit erheblichen Nachteilen verbunden.

 

Aus Unternehmersicht scheint die mit der Nutzung atypisch beschäftigter Arbeitskräfte einhergehende Lohnkostenersparnis und Flexibilisierung der Arbeit hingegen vorteilhaft. Ein beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in der Reihe „DIW Roundup“ erschienener Beitrag zeigt allerdings ein differenzierteres Bild. Der Überblick über verschiedene empirische Studien liefert heterogene Ergebnisse und Hinweise darauf, dass die Nutzung atypischer Beschäftigungsformen sich sogar negativ auf Unternehmenserfolge auswirkt.

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  • MINDESTLÖHNE:

Gastronomen beklatschen den Mindestlohn

 

Auf dem Branchentreffen der Hotel und Gaststätten hat die Kanzlerin eine reduzierte Mehrwertsteuer für Restaurants abgelehnt. Auch am Mindestlohn will sie festhalten. Trotzdem spendet die Branche Angela Merkel in Berlin stehend Applaus.

 

Gerade im Hinblick auf den Fachkräftemangel im Hotel- und Gaststättengewerbe, wolle man am Mindestlohn festhalten. Sehr viele Tagungsgäste spendierten Merkel dafür Applaus und am Ende sogar stehend Beifall. Dabei hatte der Dehoga stets gefordert, dass der Mindestlohn für Jugendliche und junge Erwachsene ohne Berufsabschluss erst ab 23 beziehungsweise 25 Jahren gelten sollte.

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Quelle: Der Tagesspiegel online vom 11.11.2014


  • MULTIJOBBER:

Wenn ein Job nicht reicht: Mancher im Rathaus dient mehreren Herren

 

In Filderstadt (Kreis Esslingen) haben rund 30 Prozent der städtischen Bediensteten einen Nebenjob. Vor sieben Jahren war nur jeder Vierte nach Dienstschluss noch für andere Arbeitgeber tätig gewesen. Vor allem Erzieherinnen und Reinigungskräfte hätten Zweitjobs, berichtete die Filderstädter Verwaltung. Außerdem seien mehr als die Hälfte derer, die einem Nebenjob nachgehen, im Rathaus in Teilzeit angestellt.

 

Allerdings haben weder der baden-württembergische Städtetag noch Verdi konkrete Zahlen, wie viele Angestellte mit Nebenjob es in den Rathäusern der Region gibt, ob es mehr werden und ob davon bestimmte Mitarbeitergruppen – etwa Erzieherinnen – besonders betroffen sind. Eine Umfrage unter den 25 Großen Kreisstädten mit mehr als 20.000 Einwohnern in der Region ergibt auch nur ein vages Bild.

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Quelle: Stuttgarter Zeitung online vom 10.11.2014


  • AUFSTOCKER:

Jobcenter gewinnt Klage gegen Lohndumping

 

Im Streit um Lohndumping hat eine Arbeitsagentur aus Südbrandenburg vor Gericht einen weiteren Erfolg erzielt. Weil er sittenwidrige Löhne gezahlt hat, muss ein Rechtsanwalt aus Großräschen rund 3.400 Euro an das Jobcenter Oberspreewald-Lausitz zahlen.

 

Dieses hatte den Lohn von zwei Bürohilfen aufgestockt, die einen Stundenlohn von nur 1,53 beziehungsweise 1,64 Euro erhalten hatten. Das sei für den Steuerzahler nicht hinnehmbar, hieß es in der Klage des Jobcenters.

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Quelle: Focus online vom 10.11.2014


  • MINDESTLÖHNE:

Taxitarife müssen schnell steigen

 

Der deutsche Taxiverband drängt wegen der Einführung des Mindestlohns von 8,50 Euro zum Jahresbeginn auf eine schnelle Erhöhung der Taxitarife.

 

«Die Tarife (müssen) schnell nach oben angepasst werden, sonst stehen von den 200.000 Arbeitsplätzen im Taxigewerbe rund 50.000 auf der Kippe», sagte der Präsident des Taxi- und Mietwagenverbandes BZP, Michael Müller, am Sonntag zum Abschluss der Europäischen Taximesse in Köln laut Mitteilung.

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Quelle: Die Welt online vom 09.11.2014


  • MINIJOBS:

SPD dementiert geplante Minijob-Reform

 

Die SPD und das Arbeitsministerium haben einen Zeitungsbericht zurückgewiesen, dass eine Reform der 450-Euro-Minijobs geplant sei. Es gebe keine entsprechenden Überlegungen, sagte ein Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion am Samstag.

 

Es sei zwar bekannt, dass Minijobs vor allem mit Blick auf die Altersvorsorge Probleme bereiteten. Im Koalitionsvertrag mit der Union sei dazu aber nichts vereinbart. Auch Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) ließ erklären, es gebe keine Pläne für weitere Änderungen.

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Quelle: RP-online vom 08.11.2014


  • MINDESTLÖHNE:

Kommission für Mindestlohn steht fest

 

Die Kommission, die künftig über die Höhe des gesetzlichen Mindestlohns entscheiden wird, nimmt Gestalt an. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung stehen die sechs stimmberechtigten Mitglieder des Gremiums fest. Sie werden auf Vorschlag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) ernannt.

 

Zum Trio der Arbeitnehmerseite gehören Michaela Rosenberger, Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG), und Robert Feiger, Chef der Industriegewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt. Beide Gewerkschafter vertreten Branchen, in denen oft Niedriglöhne gezahlt werden.

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Quelle: Süddeutsche.de vom 08.11.2014


  • NIEDRIGLÖHNE:

Lehrbeauftragte ''stundenweise wie Tagelöhner'' bezahlt

 

Heute findet erstmalig der bundesweite Aktionstag der Lehrbeauftragten statt. Der Protest richtet sich vor allem gegen die niedrige Bezahlung und die schlechten Arbeitsbedingungen der rund 90.000 hauptberuflichen Lehrbeauftragten an den deutschen Hochschulen und Universitäten.

 

Während früher die Tätigkeit als Lehrbeauftragter überwiegend nebenberuflich ausgeübt worden sei, erhielten heute viele der Betroffen Stundenlöhne von 8,50 Euro und weniger und müssten damit ihren Lebensunterhalt bestreiten, kritisiert der Hochschulexperte der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Andreas Keller.

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Quelle: Hannover Zeitung online vom 06.11.2014


  • WERKVERTRÄGE:

Fleischbranche spart mit Werkverträgen trotz Mindestlohn

 

Seit August gibt es in der Fleischbranche einen Mindestlohn von 7,75 Euro pro Stunde. Nach eigenen Angaben halten sich die Schlachthöfe in der Region daran. Das Problem ist jedoch die Kontrolle. Ein Brancheninsider berichtet, dass der Lohn sich nur erhöht, indem die Arbeitszeit auf dem Papier reduziert wird, effektiv arbeiteten Werkvertragler aber genauso lange. Außerdem arbeiten viele bei rumänischen Subunternehmen nach dem Sozialrecht des Heimatlandes, sodass für Schlachthöfe kaum Lohnnebenkosten anfallen.

 

Die Fleischindustrie spart trotz des gewährten Mindestlohns von 7,75 Euro Lohnnebenkosten, weil sie Osteuropäer lieber nach dem Sozialrecht des Heimatlandes anstellt. Das hat zum Beispiel bei Rumänen zur Folge, dass ihnen keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gewährt wird, weil das Sozialrecht des Heimatlandes das nicht vorsieht“, sagt der NGG-Geschäftsführer der Region Oldenburg-Ostfriesland, Matthias Brümmer.

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Quelle: Neue OZ online vom 05.11.2014


  • BEFRISTUNG:

Protest gegen befristete Arbeitsverträge: Postler protestieren gegen Personalpolitik

 

Als unerträglich bezeichnen Beschäftigte den hohen Anteil von befristeten Arbeitsverhältnissen in der Briefniederlassung Göppingen der Deutschen Post. Nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi soll mindestens jeder Vierte der rund 4100 Beschäftigten nur über einen befristeten Arbeitsvertrag verfügen, obwohl das Geschäft der Post weiter wachse, so Verdi.

 

Bei der Gestaltung der befristeten Verträge beweise die Post großen Einfallsreichtum, denn die Beschäftigungsdauer reiche von wenigen Wochen, über drei Monate bis zu einem halben Jahr, beschreibt der Post-Betriebsratsvorsitzende Andreas Springer-Kieß die Anstellungspraxis seines Arbeitgebers.

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Quelle: Stuttgarter Zeitung online vom 05.11.2014


  • WERKVERTRÄGE:

Dieses Zugeständnis machte Arbeitsministerin Nahles hinter vorgehaltener Hand

 

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer fordert von der Bundesregierung angesichts der Konjunkturflaute ein Ende wirtschaftsfeindlicher Reformen. (...) Vor allem die Einschränkung von Werksverträgen lehnte Kramer vehement ab.

 

Dabei haben die Arbeitgeber in dieser Hinsicht vorerst wenig zu befürchten: Nach Informationen von FOCUS Online ist die Bundesregierung auf diesem Feld offenbar zurückhaltend. Eine Regulierung von Werkverträgen soll es anscheinend vorerst nicht geben. In einem Gespräch mit Personalvorständen kündigte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles an, dass das Thema frühestens 2016 angegangen werde. Vorher bestehe dafür überhaupt kein Handlungsspielraum, da die Konzentration nun auf dem Gesetz zur Tarifeinheit liegen müsse.

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Quelle: Focus online vom 04.11.2014


  • MINDESTLÖHNE:

Arbeitgeber fordern Aufschub: Moratorium für den Mindestlohn?

 

Rente mit 63? Streichen! Mindestlohn? Streichen! BDA-Chef Kramer fordert auf dem Arbeitgebertag die Bundesregierung auf, wichtige Projekte zu verschieben. Der Arbeitgeberpräsident will Wachstum alles unterordnen.

 

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer fordert von der Bundesregierung angesichts der Konjunkturflaute ein Ende wirtschaftsfeindlicher Reformen. „Wir brauchen für den Rest der Legislaturperiode ein Belastungsmoratorium“, sagte Kramer am Dienstag auf dem Deutschen Arbeitgebertag in Berlin.

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Quelle: Handelsblatt online vom 04.11.2014


  • NIEDRIGLÖHNE:

Prekäre Beschäftigung: Hochschullehrer sind Sachmittel

 

Lohndumping durch Leiharbeit und Werkverträge ist ein perfides Mittel der Unternehmer zur Verschärfung der Ausbeutung. Nicht anders machen das die deutschen Hochschulen, Universitäten und die übergeordneten Landesregierungen mit Lehrbeauftragten. Sie werden seit Jahren nur mit einem Teil der Entlohnung eines festangestellten Hochschullehrers abgespeist. Was ursprünglich als produktive Ergänzung der Lehrtätigkeit durch Wissenschaftler und Künstler mit Praxiserfahrung gedacht war, wird zunehmend zu einem akademischen Niedriglohnsektor.

 

»Prekär ist nicht fair. Das muss sich ändern«, sagen die Betroffenen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und die DOV rufen gemeinsam mit der Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen und der Sprachlehrbeauftragten an Hochschulen zu einem bundesweiten Aktionstag am 6. November auf. Sie verlangen Festanstellung statt befristeter Lehraufträge, verbindliche Schritte zur Anpassung der Lehrauftragsvergütung an den Tarif des hauptamtlichen Personals, also »gleicher Lohn für gleiche Arbeit«.

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Quelle: junge Welt online vom 04.11.2014


  • GERINGVERDIENER:

Jahrzehnte arbeiten, aber Rente auf Hartz-IV-Niveau

 

Jahrzehntelange Arbeit für eine Rente, die gerade einmal Hartz-IV-Niveau erreicht? Diese erschreckende Vorstellung droht immer mehr Arbeitnehmern. Nach einer aktuellen Modellrechnung des "Instituts Arbeit und Qualifikation" der Uni Duisburg-Essen müssen selbst Durchschnittsverdiener in den kommenden Jahren damit rechnen, nur noch eine Rente in Höhe der Grundsicherung zu erhalten.

 

Besonders schlimm ist die Situation aber für Geringverdiener. Arbeitnehmer mit einem Einkommen in Höhe von 60 Prozent des Durchschnittslohns müssen laut Modell deutlich länger als 40 Jahre für die Hartz-IV-Rente arbeiten. Wer nur 1450 Euro verdient, was genau dem halben Durchschnittslohn entspricht, blickt beim Renteneintritt im Jahr 2030 auf ein sehr langes Arbeitsleben zurück: 63,2 Jahre.

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Quelle: Die Welt online vom 03.11.2014


  • MINDESTLÖHNE:

Erdbeeren und Spargel werden teurer

 

Ab 1. Januar 2015 müssen deutsche Landwirte ihren Erntehelfern einen Bruttostundenlohn von 7,40 Euro zahlen, das sieht der gesetzliche Mindestlohn vor. Am Ende der den Bauern zugestandenen Übergangszeit, also zum 1. Januar 2017, soll der Mindestlohn dann auf 8,50 Euro steigen. (...) Im Allgemeinen rechnet die Branche mit einer Lohnkostensteigerung von 25 bis 30 Prozent, sagt Arno Wiedenau, Fachmann für Landwirtschaftsrecht und Sozialpolitik im Rheinischen Landwirtschafts-Verband.

 

Der vom Gesetzgeber einseitig gekündigte Tarifvertrag, der allerdings nur für gewerkschaftlich organisierte Saisonarbeiter bindend war, gab bisher einen Bruttostundenlohn von 7,30 Euro (ab 1.7.2014) vor, erklärt Wiedenau. Das traf aber nur auf einen sehr geringen Anteil der Saisonkräfte zu. "Eigentlich wurden die Löhne frei verhandelt, lagen im Schnitt zwischen 6 und 6.50 Euro für die sozialabgabenfreie Beschäftigten, die natürlich bevorzugt genommen wurden".

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Quelle: RP Online vom 03.11.2014


  • LEIHARBEIT:

03/11/2014: Leiharbeiter - Pendeln zwischen Arbeitslosigkeit und Niedriglohnjobs

 

Bei der Leiharbeit wird gerne darauf verwiesen, dass sie eine Brücke zur regulären Beschäftigung schlägt und den Leihkräften gute Chancen auf eine Festanstellung eröffne. Gerade Arbeitslose sollen profitieren, da Leiharbeit ihnen einen Weg aus der Arbeitslosigkeit bahne. Tatsächlich aber sind die Zahlen mehr als ernüchternd. Leiharbeiter pendeln überdurchschnittlich oft zwischen Arbeitslosigkeit und neuen Anstellungen – meist wieder in der Leiharbeit und sehr häufig zu Niedriglöhnen.

 

Eine neue Untersuchung zum Übergang von vormaligen Leiharbeitskräften in die Arbeitslosigkeit und aus ihr heraus fügt den schon bekannten Erkenntnissen neue Details hinzu. Sie zeigen, dass die Leiharbeit ihrem schlechten Ruf weiterhin gerecht wird.

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  • MINIJOBS:

Minijobber laut Studie überraschend gut ausgebildet

 

Haushaltshilfen gelten meist zu Unrecht als ungelernt und unqualifiziert. Das ergibt sich aus einer Forsa-Umfrage der Minijob-Zentrale, über die das Nachrichtenmagazin FOCUS berichtet.

 

Demnach haben acht von zehn Haushaltshilfen eine abgeschlossene Berufsausbildung. Häufig arbeiten sie als Putzhilfe, Babysitter oder Gärtner – und das meist über viele Jahre hinweg bei denselben Privatleuten.

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Quelle: Focus online vom 02.11.2014


  • MINDESTLÖHNE:

Mindestlohn treibt Taxifahrer in Schwarzarbeit

 

Der ab Januar geltende Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde wird dem Taxigewerbe bundesweit hart zusetzen. Unternehmensberater und Verbände gehen davon aus, dass die Branche nicht nur viele Stellen wird abbauen müssen, sondern dass ein großer Teil der Beschäftigten in die Schwarzarbeit abrutschen, weil sich die Firmen den Lohn nicht leisten können.

 

Bundesweit sind rund 70.000 Taxis mit etwa 140.000 Fahrern im Einsatz, schätzt der Bundesverband. Der typische Taxifahrer verdient derzeit zwischen 6,50 und 7,50 Euro pro Stunde. Selbst höhere Preise für Taxifahrten dürften das Problem kaum lösen. "Mehr als 15 bis 17 Prozent gibt der Markt nicht her", analysiert Krause. Und das reiche nicht für 8,50 Euro Stundenlohn.

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Quelle: Die Welt online vom 02.11.2014