Letzte Beiträge

 

08/12/2016: Befristet Beschäftigte - jung, arm und kinderlos

 

Arbeitnehmer/innen, die nur einen Arbeitsvertrag auf Zeit haben, befinden sich in einer prekären Lage. Ihr Leben ist von Planungsunsicherheiten und Existenzsorgen geprägt. Eine neue Studie zeigt, dass vor allem junge Erwerbstätige darunter leiden. Ein stabile Partnerschaft ist schwer zu erreichen, und die Familiengründung muss wegen der Risiken häufig verschoben werden.  ->

 

01/12/2016: Beschäftigung in NRW stieg auch nach Mindestlohneinführung

 

Die Ergebnisse des IAB-Betriebspanels 2015 für NRW liegen vor. Danach wurden nach Einführung des gesetzlichen Mindestlohns in jedem fünften Betrieb in NRW Stundenlöhne auf mindestens 8,50 Euro angehoben. Eine Entlassungswelle blieb aus. Vielmehr stieg die Zahl der Beschäftigten 2015 um zwei, in den betroffenen Betrieben sogar um drei Prozent.  ->

 

24/11/2016: Arbeit auf Abruf - ein blinder Fleck in der Arbeitsmarktpolitik

 

Mit Arbeit auf Abruf weitet sich eine für die Betroffenen enorm belastende Beschäftigungsform aus. Anlass genug für die arbeitsmarktpolitisch Verantwortlichen in der Bundesregierung, gegen solche Auswüchse extremer Ausbeutung einzuschreiten. Die aber haben gar keine Ahnung, in welchem Maße die flexible Beschäftigungsform genutzt wird.  ->

 

Aktuelle Medienberichte

  • BEFRISTUNG:

Befristet einsatzbereit

 

Rund 3,2 Millionen Arbeitnehmer (...) waren im Jahr 2015 befristet beschäftigt, hatten also nur einen Arbeitsvertrag mit begrenzter Laufzeit. (...) Was bedeutet es für die Betroffenen aber, befristet beschäftigt zu sein?

 

Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) (...) hat nun einige statistische Daten (...) zusammengetragen. Aus dieser Kurzanalyse geht hervor: Der typische befristet Beschäftigte ist jung, Ausländer, schlecht bezahlt - und gründet seltener eine Familie.

 

Quelle: Spiegel online vom 08.12.2016

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  • MINIJOBS:

Mindestlohn führt oft zu verringerten Arbeitszeiten

 

Nach Erkenntnissen von Arbeitsmarktforschern haben Minijobber ihre höheren Löhne nach der Einführung des Mindestlohns häufig mit Einschnitten bei der Arbeitszeit bezahlt. Vor allem Chefs in Ostdeutschland hätten mit der Verkürzung der Wochenarbeitszeit verhindert, dass der Minijobber-Lohn die Schwelle zur Sozialversicherungspflicht überschreitet.

 

"Bei der großen Mehrheit der Betroffenen ist der Lohn aber einfach nur erhöht worden, ohne die Einsatzzeit zu kappen", berichtete Weber. Nach seinen Angaben haben 60 Prozent der Minijobber vor Einführung des Mindestlohns für weniger als 8,50 Euro die Stunde gearbeitet.

 

Quelle: n-tv.de vom 07.12.2016

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  • TEILZEITARBEIT:

Wechsel in Teilzeit führt bei Männern zu Gehaltseinbußen

 

Wechseln Männer von Voll- auf Teilzeit, sinkt dadurch ihr Stundenlohn. Das legt eine repräsentative Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung nahe.

 

Nach den Modellen der Forscherin Mareike Bünning haben Männer im Schnitt pro Monat in Teilzeit Einbußen von 0,2 Prozent im Vergleich zum Stundenlohn, den sie in Vollzeit gehabt hätten. Ein Jahr in Teilzeit führt danach im Schnitt zu Lohneinbußen in Höhe von 3 Prozent pro Stunde.

 

Quelle: Saarbrücker Zeitung online vom 07.12.2016

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  • ATYPISCHE BESCHÄFTIGUNG:

Unsichere Jobs beeinflussen Arbeitsqualität und Gesundheit

 

Die Arbeitswelt ist im Wandel – atypische und unsichere Beschäftigungsformen sind mittlerweile durchaus üblich. Mit derartigen Beschäftigungsverhältnissen geht meist eine große Unsicherheit einher.

 

Beschäftigte in unsicheren Jobs sind häufig mit Sinnverlusten, Anerkennungsdefiziten und Planungsunsicherheiten konfrontiert. Alarmierende Daten dazu liefert aktuell der Österreichische Arbeitsklima Index der Arbeiterkammer Oberösterreich.

 

Quelle: blog.arbeit-wirtschaft.at, Eintrag vom 06.12.2016

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  • AUFSTOCKER:

Mehr als 34.000 Hamburger bekommen Hartz IV zum Lohn

 

Rund 34.500 Hamburger haben 2015 staatliche Leistungen im Rahmen von Hartz IV bezogen, obwohl sie einen normalen Job hatten. Die Mehrheit der Betroffenen, die mehr als 850 Euro verdienten und zugleich Arbeitslosengeld II bezogen hätten, seien Frauen (55 Prozent) gewesen.

 

Sogenannte Aufstocker sind Personen, die mit ihrer normalen Beschäftigung ein so geringes Einkommen erzielen, dass sie vom Staat trotzdem Geld erhalten.(...) Bundesweit liegt die Zahl der Aufstocker bei rund 1,4 Millionen.

 

Quelle: Hamburger Abendblatt online vom 06.12.2016

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  • LEIHARBEIT:

Statt Entgeltgleichheit: Löhne in der Leiharbeit bleiben verhandelbar

 

Gleiche Bezahlung in der Leiharbeit, diese oft erhobene Forderung hätte von den Gewerkschaften im Handstreich und aus eigener Kraft durchgesetzt werden können. Statt sich zu der dafür nötigen radikalen Position durchzuringen, hat die DGB Tarifgemeinschaft Leiharbeit letzte Woche neue Entgeltverträge ausgehandelt.

 

Gewerkschaftslinke mögen sich ärgern, wundern sollten sie sich nicht, denn bei der Durchsetzung von „Equal Pay“ stecken die Gewerkschaften in einem strukturellen Dilemma.

 

Quelle: Nachdenkseiten.de vom 06.12.2016

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  • MINDESTLÖHNE:

Mehr Lohn in der Pflege

 

In der Altenpflege steigt am 1. Januar 2017 der Mindestlohn auf 10,20 Euro im Westen und 9,50 Euro im Osten. Die Regelung betrifft rund 400.000 Pflegehilfskräfte der voll- und teilstationären sowie der ambulanten Altenpflege und etwa 45.000 Betreuungskräfte.

 

Bei seiner Einführung im August 2010 betrug der Pflege-Mindestlohn noch 7,50 Euro im Osten und 8,50 Euro im Westen.

 

Quelle: Business-Panorama.de vom 05.12.2016

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  • LEIHARBEIT:

Was sich durch die AÜG-Reform in der Zeitarbeit ändert

 

Ab April 2017 gelten also neue Regeln für Unternehmen und Personaldienstleister. Was sich bei Überlassungshöchstdauer, Equal Pay, Werkverträge, Schwellenwerte oder der Beteiligung des Betriebsrats ändert.

 

Zunächst sei eine neue Regelung genannt, die (...) Zündstoff birgt (...): "Verleiher und Entleiher haben die Überlassung von Leiharbeitnehmern in ihrem Vertrag ausdrücklich als Arbeitnehmerüberlassung zu bezeichnen, bevor sie den Leiharbeitnehmer überlassen (...)."

 

Quelle: Haufe.de vom 05.12.2016

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  • AUSBEUTUNG:

Fleischindustrie zahlt meist keinen Mindestlohn

 

Schon seit Jahren minimieren immer mehr Betriebe der Fleischbranche ihre Kosten, indem sie einzelne Bereiche ihrer Unternehmen an externe Firmen auslagern. So passiert es, dass langjährige Arbeitskräfte durch „billigere“ ersetzt werden.

 

Zwar gebe es einen Mindestlohn, doch dieser werde von vielen Unternehmern geschickt umgangen. (...) Strafzahlungen für Fleisch das auf den Boden fällt, die Unterschlagung von Arbeitszeiten sowie das nicht Bezahlen von Überstunden sei eine gängige Methode.

 

Quelle: NWZ online vom 03.12.2016

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  • MINDESTLÖHNE:

Mindestlohn reicht in Großstädten oft nicht zum Leben

 

Auch nach der Erhöhung des Mindestlohns auf 8,84 Euro Anfang 2017 wird das Einkommen von Singles in Großstädten oft nicht zum Leben reichen: Vor allem wegen der hohen Mieten sind Geringverdiener trotz Vollzeitjob weiter auf ergänzende Hartz-IV-Leistungen angewiesen.

 

Danach müsste in München ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer einen Stundenlohn von 10,04 Euro erhalten, um aus dem Hartz-IV-Bezug zu rutschen, in Hamburg von 9,12 Euro, in Frankfurt/Main von 9,89 Euro, in Berlin von 8,97 Euro, in Köln von 9,24 Euro.

 

Quelle: Berliner Morgenpost online vom 03.12.2016

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  • WERKVERTRÄGE:

Rund 26.000 Betriebe nutzen On-Site-Werkverträge

 

Rund 26.000 Betriebe nutzten im vierten Quartal 2015 On-Site-Werkverträge, also Werkverträge zwischen Betrieben, bei denen die Arbeiten auf dem Betriebsgelände des Auftraggebers ausgeführt werden. Sie betrafen etwa 212.000 Beschäftigte.

 

On-Site-Werkverträge sind in allen Wirtschaftsbereichen zu finden, wobei es die meisten dieser Verträge im Bereich Ernährung/Textil/Bekleidung/Möbel gibt, gefolgt vom Baugewerbe und dem Bereich Information und Kommunikation.

 

Quelle: IAB-Presseinformation vom 02.12.2016

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  • TEILZEITARBEIT:

Mehr Zeit - aber deutlich weniger Rente

 

Wer Vollzeit arbeitet und sich um Kinder oder Eltern kümmern muss, ist häufig überlastet. Die Lösung: in Teilzeit zu arbeiten. (...) Doch die Reduzierung hat nicht nur Auswirkungen auf die Höhe des Gehalts - sondern auch auf Rente und Steuern.

 

Wer sich für Teilzeitarbeit entscheidet, muss später mit erheblich weniger Rente rechnen, sagt Annette Fresdorf, Rentenberaterin (...). Ein Durchschnittsverdiener, der zehn Jahre vor der Rente halbtags arbeitet, muss im Monat mit rund 150 Euro weniger rechnen.

 

Quelle: Deutschlandfunk.de vom 02.12.2016

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  • CROWDWORKING:

Auch Crowdworking braucht Spielregeln

 

Die neue Beschäftigungsform wirft eine Vielzahl von arbeitsrechtlichen Problemen auf, die jedes Unternehmen bei Auftragsvergabe kennen sollte. So ist ein externer Crowdworker in den meisten Fällen rechtlich als Selbstständiger und nicht als Arbeitnehmer einzuordnen.

 

Begründet der Vertrag mit dem Crowdworker aber eine persönliche Abhängigkeit vom Auftraggeber, ist die Annahme eines Arbeitsverhältnisses mit entsprechenden Rechten möglich. Dies gilt insbesondere dann, wenn Weisungen im Vertrag vorweggenommen werden.

 

Quelle: Lebensmittelzeitung.net vom 02.12.2016

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  • LEIHARBEIT:

Habemus Tarifabschluss. Für die Leiharbeit. Das gefällt nicht jedem

 

Die Leiharbeit an sich ist sehr umstritten und oft Synonym für schlechte Arbeitsbedingungen. Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass die DGB-Gewerkschaften, die da mit den Leiharbeitsfirmen verhandeln, immer wieder genau dafür kritisiert werden, dass sie das überhaupt noch machen.

 

Ganz offensichtlich haben wir es mit einem Sonderfall zu tun, wie überhaupt Leiharbeit eine ganz eigene und besondere Form der Beschäftigung ist. Man kann das alles nur historisch verstehen.

 

Quelle: Aktuelle Sozialpolitik, Blogeintrag vom 01.12.2016

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  • TEILZEITARBEIT:

Vater, Vorgesetzter - und in Teilzeit

 

Führungskräfte schrauben nur selten ihr Arbeitspensum runter, wenn sie Eltern werden. Das gilt vor allem für die Männer. Ein paar Ausnahmen gibt’s aber doch.

 

Auch unter Führungskräften gebe es Fälle von Vätern, die nach dem Baby Elternzeit nehmen oder auf Teilzeit gehen. Bloß: „Laut sagen will das fast niemand“, weiß Baisch. Mal fürchteten diese Väter, als schwach zu gelten, mal fürchteten die Unternehmen eine allzu offene Abkehr von der Präsenzkultur.

 

Quelle: FAZ.net vom 01.12.2016

 


 

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